Verkehrsunfälle in Hamburg
Unfälle mit Schwerverletzten und Getöteten zwischen LKW und Radfahrern 2009-2018. Copyright: verkehrsunfaelle.info / Kartenkacheln: © Stamen Design, under a Creative Commons Attribution (CC BY 3.0) license.

Unfälle zwischen Radfahrern und LKW

Immer verletzen oder töten LKW-Fahrer*innen andere Radfahrer*innen oder Fußgänger*innen auf Hamburgs Straßen. Zwischen 2009 und 2018 gab es insgesamt 1475 polizeilich registrierte Vorfälle, bei denen LKWs und Radfahrer im Straßenverkehr aneinander gerieten.

  • 1020 Leichtverletzte
  • 147 Schwerverletzte
  • 15 Getötete

Die Zahl der Unfälle bleibt erstaunlich konstant – und bewegt sich bei rund 140 Vorfällen pro Jahr.

Dabei wurde in rund 68 Prozent aller Vorfälle jemand zumindest leicht verletzt. Bei jedem zehnten Unfall gibt es Schwerverletzte und in rund 1 Prozent endete der Unfall tödlich.

* 2018: Nur Jan-Nov

Bei der Analyse der Geodaten fällt auf, dass sich viele der Unfälle an großen Straßen ereignen. Und nicht nur das – in der Regel sind es Kreuzungsbereiche, bei denen Radfahrer zu Schaden kommen. Viel seltener sind Unfälle auf den Straßenabschnitten zwischen Kreuzungen. Schlüsselt man die Unfälle nach Art auf, entfällt fast die Hälfte der LKW-Radfahrer-Unfälle auf die Kategorie „Zusammenstoß mit einbiegendem / kreuzendem Fahrzeug“. Oft sind es also abbiegende LKW, die zur Gefahr werden.

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So auch bei dem Vorfall im März 2019 am Holstenkamp: Der abbiegende LKW-Fahrer übersah einen Radfahrer, der bei Grün über die Ampel fuhr.

Die Kreuzung Holstenkamp / Große Bahnstraße ist zwar kein Unfallschwerpunkt. Aber bereits im September 2016 ist es dort zu einem Unfall zwischen LKW-Fahrer und Radfahrer gekommen.

Luftbild: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung

Eine deutliche Häufung schwerer Unfälle zwischen LKW und Radfahrern gibt es in den Bereichen Altona / Schanze / Eimsbüttel. Besonders tragisch war der Unfall einer 33-Jährigen auf der Osterstraße/Eppendorfer Weg im Mai 2018. Hunderte Menschen kamen daraufhin zu einer Trauneraktion, stellten ein „Ghostbike“ auf und legten sich demonstrativ auf die Straße. Die Stadt Hamburg reagierte und ließ die Fahrbahnmarkierungen erneuern.

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Wie kommt es zu der Häufung westliche der Alster? Der Datensatz der Polizei beantwortet diese Frage nicht, denn für die Beantwortung müsste man wissen, wie viele Radfahrer und LKW sich wo jeden Tag in Hamburg bewegen.

Überraschend ist jedoch: Anders als erwartet, geht die Zahl der Vorfälle in der dunklen Jahreszeit jedoch runter – trotz schwierigeren Sichtverhältnissen. Liegt es daran, dass in dieser Jahreszeit weniger Betrieb auf Baustellen ist und deshalb weniger schwere LKW unterwegs sind? Oder sind bei Hamburger Schietwetter einfach sehr viel weniger Fahrradfahrer unterwegs? Auch hierzu fehlen weitere Daten.

Sicher ist nur, dass die meisten Unfälle im Hellen und bei trockenen Straßenverhältnissen passieren – das deutet also eher auf Faktoren wie Gestaltung der Fahrbahn (Trennung von Autos und Radfahrern) und Sichterbarkeit aus dem LKW-Führerhaus hin.